Geschichte.

Die Geschichte des italienischen Bergsteigens ist mit dem Monviso eng verbunden. Quintino Sella ist der erste Italiener gewesen, der den Gipfel im Jahr 1863 erreichte (zwei Jahre nach dem erfolgreichen Aufstieg von William Mathews). Angesichts seiner Begeisterung gründete er kurz danach den CAI (nationalen Alpenverein).

Vom Anfang an zeigte diese Unternehmung die Notwendigkeit einer Unterkunft und eines Stützpunktes für diejenigen, die den Bergaufstieg wagten. Die Reihenfolge der Bauarbeiten und die Übersicht deren Internetseiten bieten einen interessanten historischen Querschnitt, der mit den Ereignissen des CAI und den Bewohnern von Valle Po und Val Varaita eng verknüpft ist.

Die ersten Nachrichten gehen zurück auf das Jahr 1864 und betreffen ein „Häuschen“, das sich auf der Val Varaita befindet, wenn man aus dem Vallone delle Forcioline kommt. Es handelte sich um eine Notunterkunft und ihr sollten noch viele folgen.

Es gibt ausführlichere Informationen über eine Schutzhütte, die im Jahr 1881 in derselben Gegend errichtet wurde, die „der Brunnen von Sacripante“ gennant wird. Der Brunnen war seinerseits wegen des Ausrufs eines erschöpften Bergsteigers auf dem Rückweg vom Gipfel so benannt worden: „Sacripante, ich dachte nicht, dass ich wieder lebendig runter kommen würde“. Die Schutzhütte Sacripante konnte bis zu acht Personen beherbergen.

Der Zustand der Schutzhütte Sacripante verschlechterte sich sehr schnell. Im Jahr 1886 entschloss der CAI, auf derselben Stelle die Berghütte Quintino Sella zu Ehren seines Gründers zu bauen. Die Berghütte wurde zu späteren Zeiten erweitert. Im Laufe der Jahre wurde sie fortlaufend vernachlässigt und ihre Geschichte endet mit einem Brand im Jahre 1932. Heutzutage kann man noch Spuren und Reste jenes Baues finden.

Die Berghütte Quintino Sella in ihrer aktuellen Form oberhalb des Lago Grande di Viso wurde am 23. Juli 1905 eingeweiht. Es handelt sich hier um ein modernes und imposantes Bauwerk, das mehr als 80 Personen beherbergen kann, und der CAI ist zu Recht stolz darauf. Im Jahr 1956 wurde auf dem Vorfeld gegenüber der Berghütte die kleine Kapelle geweiht, die heute die Erinnerung an Verunglückte auf dem Monviso bewahrt.

Im Laufe der Jahre haben verschiedene Erneuerungsmaßnahmen die Bewohnbarkeit der Berghütte verbessert. Die letzte Maßnahme, in der Facharbeiter, Betreiber und Experten des CAI von 1998 bis 2001 beschäftigt waren, bestand aus einem beachtlichen Ausbau und einer Renovierung der sanitären Anlagen. Nach fast 100 Jahren ehrenvollen Dienstes mit verschiedenen Betreibern zeigt die Berghütte Quintino Sella keinerlei Müdigkeitserscheinungen. Sie ist heute wie gestern der notwendige Anhaltspunkt und die Almwirtschaft für diejenigen, die an den Wänden und den Gipfeln des Monviso (Monviso-Gruppe) unterwegs sind.